Lexikon zur Erklärung von Uhrenbegriffen

A

a.m
Abkürzung für ante meridiem. Im englischsprachigen Raum teilt man einen Tag in zwei Abschnitte von zwölf Stunden. Die Zeit von Mitternacht bis zwölf Uhr mittags wird mit a.m. bezeichnet. Die Zeit von zwölf Uhr mittags bis zwölf Uhr nachts mit p.m. (post meridiem).

Allergie
Veränderung in die Reaktionen des Organismus auf einen Erreger. Bestimmte Materialien von Armband oder Gehäuse können Allergien auslösen. Die Hauptursache für allergische Reaktionen im Zusammenhang mit Uhren ist Nickel (siehe auch Nickel). 

B

Bandanschluss
Auch Horner genannt. Doppelte Verlängerung vom Gehäuse wo ein Band angebracht ist.

Brücke
Auf zwei oder mehreren Punkten der Grundplatine aufliegende und dort mit Stellstiften und Schrauben fixierte Messingplatte. Zwischen Brücke und Platine drehen sich die Achsen und Räder.

C

Chronograph
Armband- oder Taschenuhr mit zusätzlichem Stoppmechanismus (Starten, Anhalten, Nullstellen).

Chronometer
Eine in verschiedenen Lagen und Temperaturen feinregulierte Präzisionsuhr, für die ein offizielles Gangzeugnis ausgestellt wurde (siehe auch COSC).

Complication
Zusatzmechanismus zu einem Uhrwerk z.B. Chronographen, zweite Zeitzonen-Anzeige, Schlagwerke, Kalendarien usw.

COSC
COSC (Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres)ist eine unabhängige Organisation. Es gibt ein Gangzertifikat für jeden Zeitmesser, welcher den Test Erfolgreich bestanden hat.

D

Datums-Anzeige
Anzeige von Datum auf dem Zifferblatt einer Uhr. Bei mechanischen Uhren geschieht dies mit Scheiben, Walzen oder Zeiger, die vom Uhrwerk durch Mitnehmerräder weitergeschaltet werden.

Drehlünette
Ein auf dem Gehäuse aufgesetzter drehbarer Ring, welcher meistens dazu dient weitere Daten zu messen.

E

Edelstahl
Nichtrostender Stahl. Edelstahl ist sehr resistent und korrosionsfest.

ETA
ETA SA, Grenchen, grösster schweizerischer Hersteller von Rohwerken. ETA-Werke werden in vielen anerkannten schweizerischen Markenuhren verwendet.

F

Feinregulierung
Vorrichtung für das Feineinstellen des täglichen Gangs. Die meisten Uhren z.B. auch Oris sind mit einer Feinregulierung und Vorrichtung zur besonders genauen Regulierung ausgestattet.

 

G

 

Gangabweichung
Je nach verwendetem Werktyp kann die tägliche Gangabweichung zwischen -5 bis +30 Sekunden betragen. Diese Werte liegen in den Toleranzen.

Ganggenauigkeit
Die Ganggenauigkeit einer Uhr hängt von der Bewegung als auch  von den individuellen Gewohnheiten des Trägers ab. Ein qualifizierter Uhrmacher kann die Präzision innerhalb der Toleranzen einstellen. Abhängig vom verwendeten Werk kann die durchschnittliche Abweichung pro Tag, für Uhren ohne Chronometer Zertifikat, 30/ -5 Sekunden pro Tag betragen. Um den Titel eines Chronometers zu erlangen, darf die durchschnittlich tägliche Abweichung nicht mehr als 6/ -4 Sekunden pro Tag betragen.

Gangreserve
Als Gangreserve oder Gangdauer bezeichnet man die Zeit, die eine Uhr vom Vollaufzug der Zugfeder bis zu dem völligem Entspannen läuft.

Gregorianischer Kalender
Papst Gregor VIII. entwickelte den nach ihm benannten Kalender 1582, um damit den Julianischen Kalender abzulösen, der auf Julius Cäsar zurückgeht. Der erst 1776 durch kaiserliche Reichsverfügung eingeführte Kalender teilt das Jahr in 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden. Die Ungenauigkeit von über fünf Stunden wird alle vier Jahre im Februar durch den 29. ausgeglichen.

H

Handaufzug
Eine Uhr, deren Feder durch das tägliche Aufziehen mit der Aufzugkrone gespannt wird.

Halbschwingung (Amplitude)
Maximaler Winkel der Unruhbewegung von deren Ruheposition. Je nach Aufzug und Position der Uhr variiert die Amplitude zwischen 180 ° und 315 °, welche der maximale Amplitude entspricht bevor die Unruh prellt.

Helium-Ventil
Ist für Taucher bestimmt, welche sich mehrere Tage in einer Tauchglocke oder Tauchstation aufhalten. Die Luft in Tauchstationen oder Tauchglocken ist mit Helium angereichert, um das Atmen zu erleichtern. Helium hat die Eigenschaft, in die Uhr duch z.B. die Dichtungen, einzudringen. Leider verlässt das Helium die Uhr nicht auf dem gleichen Weg. Damit der Überdruck entweichen kann, wird das Gasüberdruck-Ventil (Helium-Ventil) beim Aufstieg geöffnet.

Hemmung
Die Hemmung sorgt in einer mechanischen Armbanduhr für die Kraftübertragung vom Räderwerk auf das Schwingsystem, die Unruh. Die gängigste Kleinuhr-Hemmung ist die Schweizer Ankerhemmung. Zu einer Ankerhemmung gehören das Ankerrad und der Anker. Die Aufgabe einer Hemmung besteht darin, einerseits den schnellen Ablauf des Räderwerks zu verhindern und zu hemmen. Andererseits soll die Hemmung die Drehbewegung des Räderwerkes in eine Schwingung umwandeln.

K

Kaliber
Bezeichnung für ein Uhrwerk nach Bauart und Abmessung.

Kleine Sekunde
Sekundenanzeige, die nicht aus der Zifferblattmitte erfolgt. Diese Art der Sekundenanzeige setzt eine völlig andere Werkkonstruktion voraus.

Krone
Knopf zum Aufziehen und Richten der Uhr.

 

L

Legierung
Mischung oder Kombination von zwei oder mehr Metallen oder Halbmetallen durch Fusion oder Sintern. (Bsp.: Messing ist eine Legierung aus Kupfer und Zink)

 

M

Mechanische Uhr
Uhr, welche die Kraft für den Antrieb mittels einer Zugfeder speichert. Die Zugfeder kann entweder von Hand bei Handaufzuguhren oder durch eine Schwungmasse (Rotor) bei der automatischen Uhr, gespannt werden.

Mineralglas
Mineralisches, meistens flaches Uhrenglas. Härter und weniger kratzempfindlich als Kunststoffgläser.

Mondphasenanzeige
Anzeige des 29 ½-Tages-Zyklus des Mondes mittels einer dunkelblauen Scheibe, die vom Zeigerwerk der Uhr unter den Zifferblatt gedreht wird.

 

P

p.m.
Abkürzung von post meridiem. Zusatz für die Zeitangabe im englischen Sprachraum für die Zeit von 12 - 24 Uhr.

Plexiglas (Acrylglas)
Uhrengläser aus Acrylglas. Das Material ist leicht zu bearbeiten und polieren. Der Vorteil ist die recht hohe Schlagfestigkeit.

 

Q

Quarzuhren
Uhren mit Analog- oder Digital-Anzeige, deren Werk quarzgesteuert ist. Die Analog-Quarzuhr: die Unterteilung der Zeit geschieht hier mittels einem Quarz, der durch eine Batterie in Schwingungen versetzt wird. Die Zeit wird durch elektrisch angetriebene Zeiger analog dargestellt. Bei der Digitaluhr erfolgt die Anzeige in Zahlen meistens durch Flüssigkristalle.

 

R

Rattrapante
Chronograph mit Doppelzeiger. Diese haben zwei Chrono-Sekundenzeiger, die durch einen Drücker in der Krone oder einen dritten Drücker am Gehäuse in Gang gesetzt werden und durch einen weiteren Druck auf die Chronodrücker einzeln gestoppt werden können. So hat man z.B. die Möglichkeit eine Zwischenzeit zu stoppen.

Rosskopfuhr
Nach ihrem Erfinder Georg Friedrich Rosskopf (1813–1899) benannte einfache Taschenuhr. Ein Rosskopfuhr hat kein Zentrumsrad und die Hebesteine sind aus gehärtetem Stahl anstelle von Hebesteinen.

Rotgold
Legierung aus Gold, Kupfer und ­Silber. Die rötliche Färbung erhält das Rotgold durch den ­Kupferanteil.

Rotor (Schwungmasse)
Durch die natürlichen Bewegungen des Armes wird die Schwungmasse in Schwingung gebracht und zieht so die Zugfeder der automatischen Uhr auf.

S

Saphirglas
Uhrenglas aus synthetischem Saphir. Es ist wegen der grossen Härte nicht zerkratzbar.

Schnellschwinger
Bei Uhren mit einer Unruhfrequenz von mindestens 28’800 Halbschwingungen spricht man von einem Schnellschwinger.

Schraubkrone
Spezialkrone, die zur besseren Dichtung verschraubt wird (hauptsächlich bei Taucher- und Sportuhren).

Sekunde
86400. Teil des Tages.

 

T

Tachometer
Die Tachometereinteilung auf dem Zifferblatt eines Chronographen dient zur Messung der Geschwindigkeit z.B. eines Autos auf einer Messstrecke von 1 km (1 Meile). Im Augenblick, in dem das Fahrzeug den Anfangspunkt der Messstrecke durchfährt, wird der Chronograph eingeschaltet und bei Durchfahrt des Endpunktes der Strecke wieder angehalten. Die Angabe des Zeigers auf der Tachometerskala entspricht der Geschwindigkeit in km (Meilen) pro Stunde. Die Geschwindigkeit über die ganze Teststrecke muss immer gleich sein.

Taucheruhr
Speziell ausgestattete Armbanduhr zum Tragen in grossen Wassertiefen.

Telemeter
Eine Chronograph Skala welche die Messung der Entfernung eines sichtbaren und hörbaren Ereignisses ermöglicht. Zum Beispiel kann der Träger die Entfernung eines Blitzes feststellen. Starten des Telemeters wenn der Blitz gesehen und stoppen wenn der Donner gehört wird. Auf der Skala kann nun die Entfernung des Sturms abgelesen werden.

Titan
Sehr leichtes (spezifisches Gewicht 4.49) Metall von grauer Farbe. Titan hat einen hohen Schmelzpunkt von 1800 Grad Celsius. Im Uhrenbau wird Titan zur Herstellung von Gehäusen und Armbändern verwendet. Der Vorteil von Titan liegt in dessen Leichtigkeit, Hautfreundlichkeit und Wärme. Titan kann als 100% antiallergisch bezeichnet werden.

W

Wasserdicht
Bei Wassersportaktivitäten oder beim Schwimmen sollte ein Uhr welche drei Bar Wasserdicht ist nicht getragen werden, da mit den Bewegungen der Druck erheblich höher sein kann. Eine Taucheruhr wird dafür empfohlen. Die Wasserdichtigkeit einer Uhr garantiert nicht dass diese Wasserdicht bleibt. Die Wasserdichtigkeit kann durch altern der Dichtungen sowie Schläge auf die Krone oder Drücker beeinflusst werden. Die Krone und die Drücker dürfen unter Wasser nicht betätigt werden und es ist sicher zu stellen, das diese gut verschraubt sind. Wir empfehlen die Uhr einmal pro Jahr durch einen Uhrmacher testen zu lassen. Unter keinen Umständen die Uhr selber öffnen!

Weltzeituhr
Uhr die mit Hilfszifferblättern oder auf einer Skala auf dem Rand Uhrzeiten für andere Zeitzonen angibt.

 

Z

Zeitzonen
Die Erde ist in 24 Zeitzonen unterteilt, die jeweils 15 Längengrade umfassen. Die Zonenzeiten in den einzelnen Zeitzonen richten sich nach der Uhrzeit auf dem Nullmeridian (GMT).

Zeit
Einheitliche Definition des Begriffes Zeit gibt es in der Fachliteratur nicht. Vereinfachend kann man sagen, dass Zeit die Aufeinanderfolge von Ereignissen ist.

 

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